Freitag, September 18
Demo

Zürich. Für ein Magazin-Cover hat das Zürcher Label Hockerty Gianluca Vacchi ausgestattet – hellrosa Leinen-Zweireiher und blaue Leinen-Field-Jacket, beide nach Mass. Ein Massband kam beim italienischen Unternehmer nie zum Einsatz.

Statt messen: schätzen

Hockerty leitet die Passform aus Grösse, Gewicht und Alter ab. Ein digitales Körperprofil errechnet daraus dreizehn Masse, von der Schulterbreite bis zur Schrittlänge – gestützt auf anonymisierte Daten aus Hunderttausenden Bestellungen über mehr als zehn Jahre.

Die Werte erscheinen an einem 3D-Abbild, sind vor der Bestellung einzeln korrigierbar und um Fotos ergänzbar; das Profil bleibt gespeichert. Bei Vacchi lief es genauso – ohne Anprobe, ein Exemplar je Teil.

3D-Körperprofil von Hockerty mit dreizehn geschätzten Massen
Gianluca Vacchi trägt Hockerty für XMAG #66. Fotografie: Laura Chapman.

Sein Urteil

Die XMAG-Aufnahmen entstanden nahe Bologna, im rosa Zweireiher am Lavendelfeld. „Zum ersten Mal trage ich etwas, das nicht mir gehört, aber es gefällt mir, es ist, als wäre es mir auf den Leib geschneidert“, sagte er (im Original auf Spanisch).

Gianluca Vacchi in blauer Leinen-Field-Jacket von Hockerty

Die Gestaltung zuerst

Vor dem Mass steht der Entwurf. Der 3D-Konfigurator beginnt beim Stoff – Loro Piana, Vitale Barberis Canonico, F.lli Cerruti – und führt über Schnitt, Revers und Taschen zu Futter, Knöpfen, Nähten und Initialen. Eine virtuelle Anprobe zeigt den Look vor der Produktion.

Erst bestellt, dann gefertigt

Keine Lagerware: zugeschnitten nach dem Kauf, genäht in Shanghai, Schuhe in Spanien. Rund zwei Wochen in die Schweiz, der rosa Leinen-Blazer für CHF 337. Für die Passform gilt die Perfect Fit Guarantee. Seit 2008 mit Teams in Zürich, Barcelona und Shanghai zeigt Hockerty: Das Mass braucht keine Schneiderei mehr.

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